Stuttgart erhebt Bordell Steuer

19.04.2012 | Von: Max | | Kategorie: Allgemein

Stuttgart erhebt Bordell Steuer

Was seit geraumer Zeit nicht nur in Stuttgart geplant und in einigen anderen Städten in Baden-Württemberg bereits gängige Praxis ist, soll nun auch in Stuttgart umgesetzt werden.

Wurde bislang die Vergnügungssteuer bereits in Spielhallen und Sexkinos erhoben, sollen nach dem Willen der Stadtväter nun auch alle Bordelle, Laufhäuser, Clubs sowie weitere Etablissements, die käufliche Liebe anbieten, mit einer "Bordell Steuer" belegt werden.

Dass in Zeiten knapper kommunaler Kassen der Erfindungsreichtum vieler Städte und Kommunen eine schier ungebremste Eigendynamik entwickelt, ist nicht erst seit kurzem bekannt. Zu gross ist die Versuchung, sich von dem angeblichen milliardenschweren Kuchen im Bereich der käuflichen Liebe ein gehöriges Stück abzuschneiden. Laut Aussage des Frauenhilfsvereines “SOLWODI”  sollen angeblich bundesweit weit über 14 Milliarden Euro umgesetzt werden.

Aber mal zurück zu Stuttgart:
über kurz oder lang musste man sicherlich damit rechnen, dass die sog. Vergnügungssteuer auf alle möglichen Bereiche ausgedehnt wird.

Was aber nicht zu erwarten war und dem “Steuerfaß den Boden ausschlägt”, ist die Tatsache, dass die Stadtväter nun beispielsweise von einem Dominastudio für jeden einzelnen Quadratmeter 10 Euro pro Monat verlangen wollen, inklusive des Empfangsraumes. Lediglich Toiletten und Büroräume sollen unberücksichtigt bleiben.

Machen wir doch einmal eine Rechnung auf:

Ein Studio besitzt beispielsweise vier Themenräume, und nehmen wir einfach mal an, jeder dieser Themenräume hätte eine Größe von 20 Quadratmetern. Hinzu käme ein Empfangsraum mit 10 Quadratmetern. Und wenn im Flur, Diele etc. noch Gerätschaften stünden, die in der einen oder anderen Session genutzt werden, kämen eben für diesen Teil, sagen wir, nochmals 20 Quadratmeter hinzu. In der Summe sind dies 110 Quadratmeter.
Dies würde bedeuten, dass dieses Studio jeden Monat sage und schreibe allein 1.100 Euro an die Stadt an Vergnügungssteuer abzuführen hätte.

Liebe Stadväter von Stuttgart! Seid Ihr denn von allen guten Geistern verlassen?

Nun ist es doch hinlänglich bekannt, dass Vermieter von gewerblichen Räumen, die für den Erotikbereich bestimmt sind, ohnehin schon weitaus höhere Mieten verlangen. Die Betreiber dieser Etablissements sind bereits einem hohen Kostendruck ausgesetzt. Darüber hinaus sind die Umsätze in der Erotikbranche seit 2008 kontinuierlich und teilweise drastisch zurück gegangen. Und jetzt kommt die Stadt Stuttgart und verlangt eine Vergnügungssteuer, die den Umfang und die Höhe einer monatlichen Miete erreichen kann.

Kurzum. Diese Vergnügungssteuer ist in ihrer Höhe für viele Betriebe in der Erotikbranche, ob es sich nun um eine einzelne Dame in einer Wohnung, oder einem grösseren Betrieb, wie beispielsweise einem Dominastudio oder Club handelt, schlichtweg existenzbedrohend.

Es wird Zeit, dass diesem unkontrollierten und eigenmächtigen Steuer-Wildwuchs der Kommunen, egal in welchem Bundesland sie sich befinden, ein Ende gesetzt wird.



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