Interview mit Miss Peel - Köln

01.09.2014 | Von: Max | | Kategorie: Interviews

Seit wenigen Jahren bereichert Miss Peel glanzvoll die BDSM- und Fetisch Szene. Wahrgenommen habe ich sie zum ersten Mal, als sie im Studio Diva Nova in Köln ihr Depüt gab. Mit der Zeit trat sie mehr und mehr in den Vordergrund - und dies einfach nur durch Ihre Erscheinung.
Miss Peel ist eine absolut stilsichere Persönlichkeit. Sie ist einzigartig, und auf ihre ganz eigene Art hat sie die Männer in jeder Situation souverän im Griff.

Um mehr über diese Lady zu erfahren gab es für mich nur eine Möglichkeit - ein Interview. Ich wollte sie, ihre Gedanken und ihre Philosphie kennenlernen.

Miss Peel, lose time and space. Ein geheimnisvoller erster Eindruck.

Danke, und von dir ist das ein schöner Anfang das Interview zu beginnen. Es ist mir wichtig, dass mein Gegenüber im Spiel die Zeit, alle äußeren Einflüsse vergisst und voll in meiner Welt aufgeht!

Wie dein Name schon zeigt hast du dich von Emma Peel inspirieren lassen und findest dich in ihr wieder. Wieso?

Es war mir wichtig einen Namen zu haben hinter dem ich auch tatsächlich stehe und mich damit identifiziere. Einfach einen Namen zu benutzen und einen „bösen touch“ hinzuzufügen fand ich meiner nicht passend.

Mit was genau identifizierst du dich genau?

Als ich das erste Mal mit ihr verglichen wurde kannte ich sie noch gar nicht. Dann habe ich Filme und Trailer von ihr gesehen, das hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Ihre Kühnheit und Eleganz. Kämpfen zu können ob mit Worten oder mit Taten und nach abgeschlossenem Fall in Seelenruhe mit einer unglaublich stilvollen Gelassenheit den 5-Uhr-Tee einnehmen zu können, haben mich schon immer zum schmunzeln gebracht.

Alle Männer wollten sie haben und alle Frauen wollten sie sein. Kann man das über dich auch sagen?

Ich bin kein Mensch der so über sich selbst spricht. Aber doch mag ich es mit innovativen Ideen voranzugehen. Gerne stecke ich andere Menschen damit an. Ich erfinde mich gerne selbst ganz neu, pflege aber eine höfliche Zurückhaltung und bleibe meiner Konstanz treu.

Also stehst du damit doch ganz gerne mal im Mittelpunkt?

So würde ich das nicht ausdrücken. Ich bin nicht der Mensch der Türen eintritt. Bei Veranstaltungen sehe ich mir Geschehnissen auch mal ganz gerne von weitem an und genieße meine Zeit. Wenn ich für meine Arbeit Lob erhalte kann ich das aber auch mal ganz gut genießen und stolz auf mich sein.

Du schreibst auf deiner Seite, dass du gerne mit deinen weiblichen Reizen spielst, bist jedoch unberührbare, klassische Dame. Passt das zusammen?

(lächelt) Ja, auf jeden Fall! Für mich ist es gerade das Spiel aus Nähe und Unerreichbarkeit, welcher mir den Kick gibt. Ich bekomme auch gerade von meinen Gästen dieses Feedback. Es ist für mich ein sehr aufregendes Machtspiel welches ich sehr oft und gerne mache. Ich darf, mein Gegenüber würde gerne aber kommt einfach nicht an mich ran. Ein aufregendes Gefühl für beide Seiten.

Es ist schon irgendwie verwirrend. Wie kannst du im selben Moment jemanden lustvoll dominieren und eine kultivierte und gepflegte Sprache haben?

Miss Peel wirkt auf einmal blitzartig konzentriert

Und genau das ist der Punkt. Ich bin nicht die laute Dame die einfach nur Befehle abgibt und damit dominiert. Bei mir sind es die Botschaften zwischen den Zeilen – einen Menschen mit meinem Lächeln, meiner Überzeugung und dem Spaß in meinen Augen in die Knie zu zwingen.

Also sind Gäste die den typischen Drill mögen nicht so ganz richtig bei dir?

Nun ja, das heißt nicht, dass ich das nicht kann. Durch meine sanfte Art werde ich oft genug herausgefordert. Ich kann auch ganz schnell mal einen erniedrigenden Ton an den Tag legen und jemanden blitzschnell in seine Schranken weisen. Meine Gäste wissen das ganz gut. (lächelt gelassen)

Wie bist du zum BDSM gekommen?

Miss Peel fängt an zu grinsen und etwas zu kichern. Ein kleines bisschen kann man eine freudige Röte in ihrem Gesicht erkennen. Ganz aufgeregt fängt sie an zu erzählen.

Nun ja, ob ich das so jetzt einfach erzählen soll. Das war eine ganz spannende Geschichte und ein absoluter Zufall. Mit einer Spielaffäre hatte ich einige Treffen und wir haben unsere gemeinsame Vorliebe für echte Nylons entdeckt. Am Anfang waren es nur harmlose Treffen zum Essen, währenddessen ich die Nylons trug. Ich habe mich immer wieder dabei erwischt wie ich ihn gezielt geärgert habe. Ich habe beabsichtigt immer wieder die Beine übereinander geschlagen und wusste genau, dass er beim typischen Nylongeräusch total hibbelig wurde. Irgendwann habe ich angefangen unter dem Tisch, im noblen Restaurant, meine Füße zu ihm wandern zu lassen. Er gestand mir dann irgendwann, dass er es dort auch ganz gerne etwas härter mag, so wurden aus Berührungen gezielte Tritte oder ich habe ihn mit meinen hohen Absätzen gequält.

Das hört sich doch stark nach den Anfängen an, wie ging es dann weiter bis du die Domina in dir entdeckt hast?

Natürlich blieb das nicht bei diesen kleinen Spielchen. Er hat mich sehr inspiriert. Ich kann mich noch erinnern wie er eines Tages vor mir auf dem Boden lag und ich erhoben mit meinen langen, in Nylons gehüllten, Beinen vor ihm stand und er meinte: „Deine Beine sind Waffen der schimmernden Sünde!“ Da bin ich ganz gelassen zu ihm herab, habe meine Beine um ihn gelegt und habe dann mit meinen Beinen kräftig zugedrückt, sodass er kaum noch atmen konnte. (lacht) Immerhin sollte seine Fantasie doch wahr werden!

Und dann hattest du den Entschluss gefasst?

Nein, eigentlich war das schon viel früher mein Gedanke aber in dem Moment war es für mich einfach glasklar zu erkennen was in mir schlummerte. Ich wusste genau, dass ich es schon immer geliebt habe mich schick zu kleiden und ich damit, sowie auch andere Frauen, eine gewisse Macht habe. Dieses Gefühl habe ich immer sehr genossen und spiele es auch gerne gezielt aus.

Was schlummerte denn noch so alles in dir. Wie hast du die erste Zeit im Studio erlebt?

Ich kann es gar nicht so recht beschreiben. Es war natürlich total aufregend für mich das tatsächlich professionell auszuleben und doch war es als ob das schon immer zu mir gehört hat. Natürlich musste ich die ein oder andere Praktik erlernen aber ein Spiel aufzubauen und Menschen zu lesen ist mir von Beginn an leicht gefallen.

Also würdest du sagen, dass du dich in allen Spielen sicher bewegst?

Sicher auf jeden Fall, da das meiner Meinung nach von der eigenen Person abhängt. Mir ist aber sehr wichtig, dass mein Gegenüber Spaß an der Sache hat und ich auch weiß was er gerne mag um das gezielt einsetzen zu können. Wenn ich jedoch merke, dass etwas nicht funktioniert oder man sich nicht so ganz riechen kann, lehne ich auch mal Spiele ab, damit der gemeinsame Spaß und meine Freude am BDSM erhalten bleibt.

Kam es schon vor, dass du nicht wusstest was du tun sollst?

Ich hatte natürlich auch schon Spiele in denen der Funke nicht übergesprungen ist. Ich bin eine sehr leidenschaftliche Person und mag es ein Spiel auszukosten. Wenn jemand nur so halb bei der Sache ist, macht es mir natürlich auch nur halb so viel Spaß. Da ich nicht gerne Schauspiele, merkt man das dann sicher auch mal. In der Regel habe ich aber zum Glück meist Begegnungen die mir Freude bereiten.

Also gehören Rollenspiele nicht gerade zu deinen Favoriten?

Miss Peel lenkt ein bevor ich die Frage ganz ausgesprochen habe.

Doch, absolut! Ich mag Rollenspiele total gerne und spiele sie vom Anfang bis zum Ende äußerst authentisch. Das hat mich ja eben gerade an Emma Peel so fasziniert. Ich habe die Doppelagentin in mir entdeckt und liebe es sie aufleben zu lassen.

Ok, nun hattest du meine Frage von vorhin noch nicht ganz beantwortet. Standest du schon vor Situationen in denen du nicht weiter wusstest?

Ich bin zwar eine sehr kreative Person aber auch nur ein Mensch. Klar, gab es schon Situationen in denen ich überlegen musste und das macht das Ganze ja so interessant. Ich hatte eine Situation in der ich mein Gegenüber komplett eingewickelt und somit zu meiner kleinen Puppe gemacht habe und dann viel es mir wieder ganz leicht meiner Kreativität freien Lauf zu lassen. So passiert in jeder Situation etwas anderes was ich mir ausdenke um mich zu entfalten.

Du sagtest zu Beginn, dass du über Nylons zum BDSM gekommen bist. Schön wäre es zu glauben, dass du nichts anderes trägst.

(schmunzelt) Das würde sicher vielen gefallen. Nein, ich liebe es, mich schön zu kleiden. Mit der Kunst der Verpackung beginnt die Erotik. Ich lege auch privat sehr viel auf mein Äußeres. Ich mag den Prozess des Stylens. Es ist für mich ein absolutes Vergnügen mich hübsch zu machen und meinem Gegenüber schon vorab damit etwas verrückt zu machen. Ich achte sehr darauf exklusive Kleidung auszuwählen. Das fängt bei der Unterwäsche von Agent Provocateur an und geht bei maßgeschneiderten und selbst entworfenen Latexoutfits von Marquis weiter. Und so zieht sich das tatsächlich durch meinen kompletten Kleiderschrank.

Wie man sieht achtest du nicht nur auf deine Garderobe, sondern auch auf das was darin steckt.

Ja, tatsächlich mache ich gerne und viel Sport in meiner Freizeit. Immerhin ist das auch ein Teil meiner Verführungskunst. Ich mag meinen Körper und zeige ihn natürlich auch sehr gerne. Wie gesagt, ist er aber auch immer schön verpackt. So ganz nackt mag ich es dann auch nicht. Dinge wie gepflegte Nägel, schöne Haare und der Rest was dazu gehört, ist für mich selbstverständlich.

Mit den schönen Fingernägeln kannst du aber auch ganz schön Krallen zeigen, oder?

Durchaus, immerhin bin ich leidenschaftliche Sadistin. Ich liebe es mein Gegenüber durch Schmerz an seine Grenzen zu bringen. Gerne hinterlasse ich mit Kratzspuren meine Initialen und vollende damit mein Werk.

Das mag aber doch sicher nicht jeder?

Der eine darf nur die Eindrücke mitnehmen, dem anderen ist es im privaten Umfeld gestattet auch mehr mitzunehmen. Da mache ich sowas dann schon mal ganz gerne wenn die Möglichkeit gegeben ist. Der Eindruck muss auf jeden Fall bleibend sein.

Darf man dann auch im privaten Umfeld mit deinen scharfen Krallen rechnen?

Zeigen kann ich sie, wenn es erforderlich ist. Abgesehen davon beschreiben mich meine Freunde eher als eine lebensfrohe Person. Ich wirke eher lieblich und unbeschwert. So fühle ich mich auch. Ich bin entspannt und mag das Leben in vollen Zügen genießen.

Wie sieht das denn bei dir genauer aus?

Ich liebe es zu reisen, neue Kulturen und Länder kennenzulernen. Ich knüpfe sehr gerne neue Kontakte und mag es mich mit interessanten Menschen über Gott und die Welt zu unterhalten. Manchmal höre ich auch einfach nur ganz gerne zu. Es gibt immer etwas was man neues dazulernen kann und dadurch bekommt man neue Impulse.

Was magst du nicht?

Stillstand!

Oh das kam aber sehr überzeugt. Du hast nicht wirklich vieles was du schlecht findest oder?

Ich mag mich einfach lieber mit Dingen befassen die mich weiterbringen. Ich gehe meinen Weg und folge dem was mir wichtig ist und mir auch gut tut.

Wie lange geht dein Weg im BDSM schon?

Das ist eine gute Frage. Ich kann das durch meine Erfahrung aus dem privaten Bereich nicht so genau definieren. Im professionellen Bereich bin ich seit nun bald 3 Jahren.

Nun reist Miss Peel ganz gerne. Wohin geht deine Reise?

Es wird immer spannend bleiben. Ich verfolge meine Karriere als Fetisch Model immer mehr. Es macht mir so viel Spaß vor der Kamera zu stehen und all meine Facetten zu zeigen.

Miss Peel kneift ihr Gesicht zusammen und sagt mit veränderter Stimme.

Da steht das kleine Männchen wieder auf meiner Schulter und sagt: „Dafür standest du auch lange genug vor dem Spiegel!“

Möchtest du dann die Arbeit im Studio aufgeben?

Nein, natürlich nicht. Hier habe ich meinen Weg gefunden. Ich erweitere ständig mein Repertoire und bin damit an verschiedenen Orten anzutreffen. Informationen darüber gibt es auf meiner Homepage. Dort werden meine Gäste immer auf dem Laufenden gehalten.

Reicht dir das im Bezug auf deine Kreativität?

Nein, nicht wirklich. Ich habe eine Idee, die eigentlich noch gar nicht so spruchreif ist, daher möchte ich noch nicht allzu viel verraten.

Damit machst du mich aber jetzt doch neugierig. Auf was dürfen wir uns freuen?

Ich liebe es Geschichten zu schreiben. Ich weis noch nicht genau wo das endet oder ob es überhaupt eine Fortsetzung geben wird. Es wird jedoch eine aufregende Geschichte sein, die ein Teil von mir persönlich und ein Teil von Emma Peels Leben hat. Mehr kann ich hier noch nicht sagen…

So wird Miss Peel doch weiterhin geheimnisvoll bleiben?

Ja wird sie, lose time and space!

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